Anforderungen an den Hundehalter

Folgendes sind die Anforderungen den Hundehalter:

  • Geld für Anschaffung, Futter, Steuer, Tierarzt, ...
  • Garten wäre gut. Ein Schlafplatz im Schlafzimmer wäre hundegerecht.
  • Ein Hund ist ein Rudeltier und darf nicht allein gelassen werden. Lassen Sie z.B. 2 Hunde allein, verwildern diese in kürzester Zeit.
    Maximal verträglich sind 2 - 3 Stunden, wenn dies in Minutenschritten beigebracht wurde und d er Hund mit dem Alleinsein kein Problem hat. Vor dem Alleinsein muss der Hund stets körperlich ausgelastet werden.
  • Ein Schäferhund braucht täglich mind. 2 Stunden Auslauf. Spazierengehen allein reicht meistens nicht aus. Zusätzlich erforderlich sind z.B. Übungen auf der Hundewiese, Radfahren, Agillity oder sonstiger Konditionssport.
  • Ein Schäferhund ist hochintelligent und hat einen hohen Anspruch an geistige Auslastung. Er benötigt täglich mind. 1 Stunde hundegerechten Denksport aufgeteilt in z.B. 5 Einheiten. Zu diesen Zeiten müssen Sie auch 100% bei der Sache sein.
  • Ersthundebesitzer sollten 6 - 18 Monate eine ausgewählte Hundeschule besuchen und sich über ausgewählte Bücher, Internet und Video.stets auf dem Laufenden halten.
  • Der Hund braucht in den ersten 18 Monaten ein tägliches Programm, in der er die Welt in allen Facetten positiv kennenlernt, um später darauf mit Gelassenheit reagieren zu können.
  • Für einen Schäferhund brauchen Sie eine starke positive Persönlichkeit. Für ängstliche Menschen ist ein großer Hund absolut ungeeignet.
  • Hilfreiche Informationen finden Sie in der neuen Tierschutzgesetzgebung des Schweizer Bundes, welche nun von jedem Hundehalter vor der Anschaffung eine theoretische und prakltische Schulung erfordert.

 

Welche Anforderungen sind noch absolut unabdingbar?

Das gilt für jeden Hund!!!

Ich finde es noch wichtig anzumerken, dass die Angaben nicht allein auf Schäferhunde gemünzt sind. Hunde sind eigentlich Lauftiere und auch wenn der Mops oder Zwergpudel die Ähnlichkeit zum Urahn Wolf nur noch schwer erkennen lässt, muss man doch im Kopf behalten, das KEIN Hund glücklich ist, wenn er nur an der Leine durch die Gegend geschleift wird und nur zum Geschäft machen raus kommt. Das ist nicht artgerecht, egal wie süß das Tier auf dem Schoß liegt (worüber sich eh streiten ließe). 2 Stunden sinnvoller Auslauf sind wirklich ein Minimum und dessen muss man sich bewusst sein. Auch sind die meisten jungen Hunde agil und kräftig und fordernd und wenn man selber körperlich angeschlagen ist, nicht mehr als 500 meter gehen mag und auch sonst nicht so gerne draussen ist, dann ist der Hund das falsche Haustier.

Ich finde eine Hundeschule immer was gutes! Man lernt wirklich eine Menge. Und man kann viele Anfängerfehler vermeiden. Ausserdem lernen gerade unerfahrene Hundebsitzer was "normal" ist - zB beim Umgang von Hunden untereinander, aber auch im Umgang mit seinem Menschen. Man erlernt seinem Hund ein zuverlässiger Partner zu sein und so baut sich das Notwendige Vertrauen auf. Ausserdem, machen wir uns doch nichts vor, die wenigsten Hundebesitzer verbringen genug sinnvolle Zeit mit ihrem Hund und da ist die Hundeschule zumindest mal ein Anfang dem entgegen zu wirken.

Was ich noch ganz wichtig finde ist, ein paar Grundregeln für den Umgang mit den Mitmenschen und Mithunden zu erlernen und zu befolgen:

  • Den Hundekot nimmt man mit! Egal wo er liegt! Das macht die Mitmenschen froh und sorgt für ein paar weniger Leute die sich über eine Tretmine zu Recht ärgern! Wem das zu eklig ist, der sollte sich keinen Hund anschaffen.
  • Wenn man einem Hund an der Leine entgegen geht, sorgt man dafür, dass der eigene Hund diesen nicht belästigt (ich finde das wirklich nervig, dass ich mir anhören muss "der tut nichts" oder "der will doch nur spielen" und mich dann vor meinen Hund werfen muss, damit dieser nicht an der Leine belästigt wird! Die Leine ist ein Ruhepol und da der Hund hier eh genug eingeschränkt ist, muss er nicht auch noch mit Einflüssen von aussen dealen)
  • Man bemüht sich um einen wohlerzogenen Hund, der gelassen durch die Welt gehen kann, auf Rückruf reagiert und keine anderen Menschen bedrängt (nein, es ist nicht egal das der Dackel nur 15 cm hoch ist und garnicht so schwer, ich möchte nicht von fremden Hunden angesprungen, angebellt oder sonstwas werden! - auch wenn ich Hunde mag)

 

Und noch ein paar Dinge die mir einfallen:

  • Lass den Hund Hund sein - und nicht "Mensch" (das ist soooooo schwer, ich weiß. Aber es ist ein hund! Der hat Bedürfnisse und die müssen gestillt werden. Und da steht an erster Stelle mal die ausreichende Beschäftigung und Bewegung und nicht 9 Stunden durchgeknuddelt werden und 3 mal zum Nachbarbaum zum Piseln. Das ist nicht fair. Und der hund hat auch kein schlechtes Gewissen wenn er in die Wohnung macht. Er will uns nicht ärgern, wenn er die Schuhe zernagt etc, etc.. Man muss sich überlegen ob man das kann und will, oder ob man doch eher einen Gesprächs- und Schmusepartner sucht. Wenn das der alleinige Beweggrund für den hund ist, dann ist er das falsche Tier)
  • Ein Hund ist eine Bindung auf 6-16 Jahre. Das muss eingeplant werden und zwar für alles: Berufswechsel, Ortswechsel, Urlaube, Familienplanung, Krankheitsfall etc., etc. Man muss sich gleich zu Beginn gut überlegen, was ist, wenn man sich mal nicht um den hund kümmern kann (zB weil man ins Krankenhaus muss). Wer kümmert sich dann und wie bindet man diese "Ersatzperson" so rechtzeitig in das Leben des Hundes mit ein, dass der hund möglichst wenig Stress hat, wenn dieser Fall einmal eintritt.
  • Der Hund bekommt Freilauf. Vielleicht geht das mit einigen hunden wirklich nicht, und dies trifft eigentlich wieder den Kern der Erziehungsfrage. Aber ich halte eine reine Leinenhaltung nicht für artgerecht. Also denk rechtzeitig daran, leg die Grundsteine beim Welpen und sorg dafür, dass er Dir so freudig folgt, dass er auch seine freiheiten genießen kann.
  • Sauberkeit, Haare und Dreck. Man muss damit leben können, dass Hunde haaren und Dreck mit in die Wohnung/das Haus bringen! Wer das nicht möchte muss sich entweder um ständiges Hinterherputzen bemühen, oder lieber doch keinen Hund anschaffen. Auch kurzhaarige Hunde haaren! Die staksen dann aus allem raus, weil sie meist recht borstig und stabil sind. Und auch die haarfreien Rassen können haaren - und Dreck bringen sie natürlich auch mit rein. Das Baden tut Hunden nicht wirklich gut, also sollte man auch den Geruch nicht komplett abstoßend finden. Klar kann man einen Hund mal mit Wasser abwaschen, ihn aber täglich zu shamponieren ist nicht gesund für den hund!
  • Nicht zu viel verlangen, Geduld haben, Zeiten planen: Ein Hund muss vieles erst kennen lernen. Ich habe schon oft Sprüche gehört wie "wieso frisst die was im Gebüsch, das sollte sie mir doch bringen" oder "wieso folgt die nicht, das ist doch ein Hund, die sind doch dafür gemacht". Hunde müssen lernen was wir von ihnen wollen zu verstehen. Sie sprechen kein Deutsch und mit vielen Dingen braucht man Geduld und die Fähigkeit den Schwierigkeitsgrad langsam zu steigern. Wenn mein Hund keine Stöcke mehr sammelt bei spazierengehen heißt das nicht, dass er auch die Fleischwurst ignoriert. Warum sollte der hund einem etwas bringen, wenn er nie gelernt hat, dass sich das lohnt? Wieso dauert die Ausbildung eines zB Blinden- oder Jagdhundes 2-3 Jahre und meiner soll es intuitiv können? Da muss man realistisch bleiben und immer überlegen wie weit man gehen kann! Also muss man sich für die ersten Lebensjahre des Hundes ganz bewusst zeit für alles nehmen, was der Hund schrittweise erlernen soll (siehe die 18 Monate oben).