Erfahrungsbericht zum Calupo Trike

Was tun wenn man nicht nur einen, sondern gleich mehrere Energiebündel sein eigen nennt? Ich kam im Mai 2006 mit 5 spanischen Mischlingshunden nach Deutschland zurück, die ich während eines mehrjährigen Arbeitsaufenthaltes in Spanien in die Familie aufgenommen hatte. Schnell stellte sich heraus, dass der zuletzt aufgenommene schüchterne Timmy lieber Einzelhund sein wollte, und schließlich fand ich eine tolle Pflegestelle für ihn. Blieben noch 4 Power-Pakete, die es gewohnt waren in Spanien frei über die Weinberge zu rennen und Vogelschwärme aus den Reben hochzuscheuchen.

Hier in Deutschland fühlten sich die "lieben" Mitmenschen bedroht, wenn ihnen jemand mit gleich 4 freilaufenden Hunden entgegenkam. Die Bauern wollten nicht, dass die Hunde über ihre Weidewirtschaft-Wiesen rennen, und im wildreichen Wald hatte ich Angst dass die Hunde Rehe oder Hasen hetzen würden. Die Hunde wurden jeden Tag unzufriedener und übellauniger, also suchte ich fieberhaft eine Lösung und fand den Zughundesport.

Nach diversen Probefahrten mit 3-Rad und 4-Rad-Trainingswagen,  lies ich mir dann ein "maßgeschneidertes" Trike bauen, den Prototyp des Calupo. Und siehe da, auch die Hunde akzeptierten das neue "Anhängsel" und ich konnte anfangen ihnen die notwendigen Befehle beizubringen. Aufbauend auf die HuSchu-Grundkommandos kamen noch die Richtungswechsel dazu. Die gute Bremswirkung des Calupo-Trike hatte einen guten Erziehungseffekt was die Befehle Laaangsam und Steh anging, speziell was die Begegnungen mit Rehen/Hasen/Katzen anging.

Und siehe da, auch die Spaziergänger, Jäger und Bauern fanden es eine Klasse Idee und bald kam von begeisterten Hundebesitzern die Frage, ob ich so was nicht auch für sie bauen lassen könnte. Also machte ich erst mal ein paar Monate den Härtetest mit dem Trike, und dann meldete ich die Firma Calupo an. Sogar der Sender VOX brachte einen Beitrag über uns bei "Hund-Katze-Maus", wobei es mich immer noch erstaunt wie brav die Hunde sich beim Drehtermin verhalten hatten und wie begeistert sie für jeden der zahlreichen "Takes" immer wieder durchgestartet sind.

Mittlerweile sind meine Hunde durch das Trike ziehen so Kommandosicher geworden, dass ich bei heissen Sommerabenden auch mal auf das Fahrrad ausweichen kann, obwohl ich das bei 4 Hunden sonst wirklich niemandem empfehlen würde. Ab und zu gibt es auch mal einen "freien" Spaziergang in einer abgelegenen Gegend, wobei ich die zwei sturköpfigen Kampfis immer ganz genau im Auge behalten muss denn im Gegensatz zu den Jagdhunden sind sie leider nicht 100% abrufsicher. Oder wir machen die heiß geliebten Apportierspiele. 

Ganz bewusst soll das Trike ziehen für meine Vierbeiner nur eine tolle Variante sein, uns kommt es auf den Spass und nicht auf Bestzeiten an. Länge der Tour und Tempo passe ich dem jeweiligen Leistungsstand an: Haben wir mal eine Weile keine Zugarbeit mehr gemacht, z. B. nach der OP eines Hundes, dann fangen wir wieder mit kleinen kurzen Etappen an. Haben alle Hunde eine gute Kondtion und stehen voll im Training, dann kann die Sonntags-Runde auch schon mal 2 Stunden dauern und die Strecke fast 40km betragen. Grundsätzlich gilt auch hier wie bei allen Hundesportarten: man muss aufhören, solange es dem Hund noch Spass macht, und jede Überforderung vermeiden.

Dass Zughundesport nicht nur etwas für nordische Rassen ist, ist kein Geheimnis mehr. Jeder kerngesunde Hund mit ca. 25kg Körpergewicht (idealerweise mehr, oder mehrere Hunde die zusammen ziehen), der voller Freude vorwärts rennen will, ist geeignet. Dadurch, dass man beim Trike den Hund durch mitrollern aktiv unterstützen oder sogar ganz entlasten kann hat man die Möglichkeit individuell auf die Tagesleistung des Tieres einzugehen. Das Trike zählt übrigens als "Fahrrad", nicht wie die 4-Rad-Wägen als Kutsche, so dass man auf allen Wegen damit fahren darf.

Das Durchfahren von Ortschaften setzt allerdings absolute Kommandosicherheit des Hundes voraus, und macht eh viel weniger Spass als das Fahren auf Wald- und Feldwegen. Im Vergleich zu Fahrrad oder Dog Scooter verliert man auch dann nicht das Gleichgewicht, wenn der Hund mal plötzlich zur Seite ausbricht oder man auf lockerem oder rutschigem Untergrund eine Notbremsung machen muss. Dadurch, dass beim Calupo-Trike alle 3 Räder gebremst sind hat man einen super Bremseffekt, der die Probefahrer immer wieder total erstaunt.

Übrigens machten auch die bisherigen Calupo-Käufer die Erfahrung, dass ihre Hunde erstaunlich schnell begreifen was von Ihnen verlangt wird, und für die Richtungswechsel gilt: üben-üben-üben. Mit "Trockenübungen" an der Leine kann man sogar schon die Befehle ohne Trike üben, oder einfach noch mal perfektionieren.

Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, ohne das Calupo Trike sein zu müssen. Natürlich hatten die Hunde in Spanien eine tolle Zeit mit vielen Freiheiten, aber in Deutschland muss man halt seine Hunde viel mehr einschränken und da bietet das Trike fahren sicher eine tolle Gelegenheit, sein Energiebündel körperlich auszulasten und gleichzeit auch noch durch die Befehle geistig zu fordern. Ich kann es nur Bestens empfehlen. Nur wenn ein Hund von Natur aus eher gemütlich veranlagt ist, oder zu den schüchternen Fersenklemmern zählt, kommt der Zughundesport nicht für ihn in Frage.

Anbei noch ein paar Fotos, die zeigen mit wie viel Freude meine Schlappohren unterwegs sind. Vom Solo bis zur vollen Rudelstärke von 4 Hunden. Und einmal von einem Wagenrennen, wo wir Exoten uns sogar unter die Profis getraut haben.

Viele liebe Grüße,

Claudia und die Calupo-Schlappohrenbande!

 

 

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Bilder vom Calupo Fahren 005.jpg1.19 MB
Foto Mini.jpg150.82 KB
Dagersheim 000.jpg610.77 KB
VOX Drehtermin 06-09-2007 108_korr.jpg974.46 KB
Couch potatoes 009.jpg1.5 MB