Ihr Hund soll was machen und es klappt nicht? Was tun?

Liebe Forenleser,

 

haben Sie auch schonmal die Erfahrung gemacht, dass Sie einen "Befehl" an Ihren Hund gegeben haben und das klappte nicht? Vermutlich schon. Mir ist das schon passiert und ehrlich gesagt ist das komische (oder logische :-) ) dass es immer meine Schuld war! Ich möchte hier einmal ein Beispiel bringen und eine Lanze für die Beobachtung von aussen brechen. Ich wollte der Hündin meiner Schwiegereltern (ein wirklich schlaues Tier) das Ransetzen beibringen. Spirch, der Hund sollte sich eng neben mein linkes Bein setzen auf den Hinweis hin, dass ich an dieses Bein klopfe. Ich hatte ein Leckerli, um ihr den "richtigen Weg" zu zeigen. Also habe ich sie rangerufen, vor mir absitzen lassen und dann das Leckerli in einem Bogen von dem linken Bein weg wieder zu mir ran geführt, so dass sie ihm folgen kann und dann auch mit dem Po rumrutscht und richtig neben mir sitzt. Soweit die Theorie. Nunja. Ronja saß also super vor mir und guckte mich an und dann machte meine Hand den Kreeis und nicht passierte. Eine aufgeregte Hundeschnauze suchte das Leckerli, aber irgendwie war nichts mit ran setzen. Ich hab die Trainerin angesprochen und gemeint, irgendwie würde das nicht klappen. Die hat ganz erstaunt geguckt und meinte, dass könnte sie sich bei dem hund garnicht vorstellen. Also übernahm sie und siehe da, alles klappte auf anhieb und ganz prima. Hm, jetzt war ich also eindeutig die doofe. Wieso klappte das bei mir nicht? Also hab ich nochmal ganz genau hingeguckt als die Trainerin die Übung ausführte und da ging es mir auf. Ich hatte das Leckerli immer in der rechten Hand zum ranrufen und Vorsitzen. dann habe ich es getauscht, um die linke Hand an das Bein zu fürhen. Dieser tausch hat den hund irritiert. Sie war immernoch auf die rechte, reste Leckerlihand fixiert und der Wechsel war für sie unlogisch. Irgendwo musste doch das gute STück aus der rechten Hand geblieben sein. Also hat sie leiber da weiter gesucht. Ich hab das Vorsitzen dann mit der linken Hand gemacht und siehe da, es klappte auf Anhieb! Man, sowas blödes, da hätte ich auch wirklich eher drauf kommen können... Es hilft also manchmal, nochmal ganz genau zu überlegen, was für Signale man eigentlich sendet! Der klassiker hierbei ist sicherlich das falsche ranrufen. Der hund schnüffelt, die besitzer rufen, er schnüffelt weiter, die Besitzer werden sauer, brüllen, der und dreht sich um UND - ja, leider nichts und. Die Besitzer sind immernoch sauer und drohen dem Hund, der sich ihnen doch gerade zugewendet hat... Solche Fehlkommunikation sieht man leider sehr oft und da man davon ausgehen kann, dass der Hund wirklich keine Hintergedanken haben kann (wie zB "heute zeige ich's dem mal, der kann sehen wo der Pfeffer wächst"), sondern einfach seiner Natur folgt, sollte man sich immer erstmal überlegen, wo eigentlich die eigene Kommunikation falsch war. Und wenn man es nicht rausbekommt (es ist manchmal wirklich nicht so einfach die eigene Körpersprache ohne Spiegel - oder selbst damit - sleber zu beurteielen), dann sollte man vielleich mal jemanden fragen, und sich von außen beschreiben lassen. Oder natrülich zu einem Trainer gehen, der bereits ein geübtes Auge hat, denn die meisten menschlichen Fehler sind eben menschlich und treten daher öfters auf.

Jup, das stimmt

Liebe Forenleser,

spannende Sache so eine Hundeerziehung! Wie macht Ihr das denn wenn ihr das "ransetzen" trainiert? Ich hab's mit dem Futterlocken erlernt, kann aber die Argumente von Carsten gut verstehen. Logisch ist, dass man das Futter als Lockmittel nur für den Anfang verwendet, aber besser wäre natürlich wenn es ganz ohne ginge (auch wenn ich glaube, dass der hund in meinem Beispiel auch ohne Futter durcheinander gekommen wäre. Denn wenn er sich auf die Hand bezieht, die dann als Signal fungiert, kann er das ebensowenig, wenn die wechselt, wie wenn sie mit Futter drin wechselt). Aber hier wäre ich für tipps dankbar, wie ihr das ransetzen ganz ohne Futter während der Übung beibringt. Den Hund ran zu schieben, wie ich es auch mal bei einer Trainerin gehört habe finde ich nicht gut, weil der Hund ja aus eignem Antrieb in die richtige Richtung gelenkt werden soll. Vielleicht folgen Eure Hunde einer Hand einfach so, so dass man das Futter locken ganz weglassen kann? Das sollte ich auch mal testen (wobei es jetzt zu spät ist, weil sie's ja kann und ich daher das Leckerchen logischerweise eh nach vollendeter Übung gebe). Aber mich würde schon interessieren, wie Ihr solche Dinge beibringt, ohne anfänglich zu locken???

Beste Grüße und ich bin gespannt auf die Antworten

Svenja

Futter nach oder während der Aktion ist ein großer Unterschied

Meiner Meinung nach ist es ein großer Unterschied, ob man mit Futter eine bestimmte abgeschlossene Aktion belobigt oder ob man den Hund duirch Futter innerhalb der Aktion zu bestimmten Handlungen motiviert.

Bei mir bekommen die Hunde ihr Leckerlie, wenn die Übung erfolgreich abgeschlossen ist. Ich vermeide es nahezu gänzlich, Futter innerhalb der Aktion als Lockmittel zu benutzen. Das hat verschiedene Gründe.

Der Nachteil beim Locken und Steuern mit Futter ist, dass die Motivation des Hundes sich in erster Linie auf das Futter bezieht und nicht auf die erfolgreich abgeschlossene Aktion bzw. die Kommunikation mit dem Bezugsmenschen.

Es wird in dem oben geschilderten Beispiel deutlich, dass der Hund sich sehr auf die Postion des Futters bezieht und nicht auf das Ausdrucksverhalten des Menschen eingeht. Triebstarke Hunde neigen dann dazu, sich selbst das Futter zu holen (z.B. durch einen schnellen Schnapperer in die Jackentasche, worin sich das Futter befindet) anstatt sich auf den Bezugsmenschen und dessen Signale zu konzentrieren.

Ein weiterer Nachteil ist das Steuern des Hundes über Distanz. Ist der Hund noch motiviert, wenn er außerhalb der Reichweite des Futters ist?

Auch wird z.T. vorgeschlagen, dass man Suchfährten mit Futterstückchen auslegt. Dies ist sehr nachteilig, weil schnell Rangordnungsprobleme die Übung beeinflussen können (wenn z.B. ein anderer Hund nur duch seinen Geruch Anspruch anmeldet). Der Hund bekommt damit nicht die nötige Sicherheit in der Ausführung.

Man bekommt zwar mit Futter innerhalb der Übung ein schnelles Ergebnis, jedoch kann man auf die Erfolge nicht wirklich bauen.