Der Welpe kommt ins Haus - Was brauche ich?
Der Hund braucht: Zeit für gemeinsame Abenteuer Versicherung, Steuer, Impfungen, Entwurmung, Tierarzt (später Antizeckenmittel), Pflegeartikel für Augen, Haare, Zähne und Nägel, Zeckenzange(n), Reichlich sinnvolles Spielzeug sinnvoll eingesetzt, Hundekissen und Decken, Halsband, Leine. Für den Familienhund braucht man nicht viel Geld für 'Zubehör' auszugeben. Es gibt zwar Unmengen an Angeboten, und mir ging es so, als ich meinen ersten Hund bekam, dass ich eigentlich schon gerne etwas kaufen wollte (Konsumzwang), aber fast alles was es gibt ist völlig Unnütz. Inzwischen gibt es ja schon Schlankheitspillen und Hundewasser ... Eigentlich hat man alle Spielzeuge und Zubehör schon im Haus oder bastelt sich schnell eins. Man braucht ein passendes Halsband und ggf. verschiedene Halsbänder für verschiedene Aufgaben (der Hund kann dadurch schon durch Überstreifen des entsprechendes Halsbandes eine Erwartungshaltung für das Kommende aufbauen). Und dann braucht man noch eine Leine. Ich habe eine dünne Kunststoffleine, die ausreicht, da Aisha nicht zieht. Je dünner die Leine desto leichter zum verstauen. Andere haben massive Lederleinen und Kettenhalsbänder. Das ist Geschmackssache bzw liegt auch daran wie sehr sie den Hund im Griff haben. Die Leine darf den Hund nicht würgen können und er soll genug Auslauf haben. Flexileinen sind nicht sinnvoll, da der Hund nicht verstehen wird, das eine Leine eine bestimmte Länge hat. Der Welpe kommt ins Haus - Mit welchen Übungen fange ich an?Es gibt keine festen Regeln, aber es gibt die Seele sowie die Verständnis- und Kommunikationsfähigkeit des Hundes und das daraus resultierende Weltbild.
Die wichtigsten Übungen sind
Mitgefühl erwecken ist das Gegenteil von dem Bestärken von Winseln. Wenn der Hund winselt (weil er z.B. etwas möchte), sollte das Frauchen oder Herrchen nicht bestätigen (z.B. durch Mitwinseln wie, ohh mein armer Hund ...), da es dadurch gefestigt wird und man bekommt einen permanent winselnden, fordernden Hund. Mitgefühl im Hund wird erweckt, wenn z.B. man sehr hoch fiept, wenn man von dem Kleinen in die Hand gezwickt wird (die Hand dabei nicht wegziehen!). Damit signalisiert man dem Welpen, dass es weh getan hat und es wird die natürliche Beißhemmung des Welpen gefördert. Wenn ein Welpe einen anderen Welpen zu sehr maltretiert, stößt der Gepeinigte ein lautes Fiepen auf, wodurch der Angreifer sofort ausläßt. Diese natürliche Beißhemmung gilt es zu fördern und zu festigen. Es macht Sinn, dass der Hund von Anfang an bestimmte optisch abgetrennte Räume nicht betreten soll. Damit dies ein Bestandteil seines Weltbilds wird. Deswegen würde ich von Anfang an auch Bereiche setzen, wo der Hund nicht hin soll. Welche Räume das sind, ist nicht so entscheidend und kann sich später auch ändern. Wenn der Hund seine Versuche beim Essen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, mit hochspringen, winseln, etc. nicht beantwortet bekommt, sondern ignoriert bleiben, wird er nicht betteln. Ein Hund kann nach einer Wiederholung lernen. Das Gute und das nicht gewollte. Natürlich nicht alles starr sehen. Wenn sie essen und der Hund knabbert die Fernbedienung am anderen Ende des Zimmers an (Wer hat sie da wieder hingelegt?), dann steht man auf und wechselt die Fernbedienung mit dem Hundeknochen (hält ihr ihn hin, bis er wechselt, nichts wegziehen) und setzt sich wieder hin. Oder macht irgendetwas anderes sinnvolles und entspanntes. Wichtig ist Ruhe und Harmonie. Klare Signale. Nicht zuviel Druck auf einmal. Geben Sie am Anfang dem Hund nicht zuviel Möglichkeiten etwas 'falsch' zu machen! Gestalten Sie seinen Lebensraum, dass z.B. nur ein Kabel das einzige Objekt ist, dass nicht untersucht (und angeknabbert) werden darf. Dann ein paar Tage später vielleicht einen Holztisch oder Vorhang. Sie sehen schon, was den Hund interessiert und was er schon kennt. Deswegen bekommen die Welpen ab der 4. Woche eine sich ständig änderndes Pappeholzmetallplastikgebäude zum spielen und erforschen, damit sie die meisten Materialien bereits beim Züchter kennengelernt haben. Wenn der Hund am Beispiel Kabel knabbert, d.h. wirklich knabbert und nicht nur schnubbert, dann sofort extrem negativ (nach vorn), hört er auf, sofort extrem positiv (nach hinten) und alle müssen lachen und der Hund schwanzelt. Da reichen ganz wenige Wiederholungen und der Hund wird Kabel in Ruhe lassen. Jedoch sollte der Hund gut 1 Jahr und mehr (je nach Hund) stets beobachtet werden, auch im Garten, quasi immer wenn er nicht schläft, damit er nicht lernt, dass es 2 Welten gibt, eine mit Herrchens und eine ohne. Der Welpe kommt nach 10 Wochen von klaren Strukturen nun zu verschiedenen Fremsprachentrainern plus Besuchertrainer, wobei ihm jeder in kürzester Zeit seine eigene Sprache beibringen will. Benutzen Sie dafür eindeutige wenige Symbole, um den Hund das Verstehen zu vereinfachen. Lassen Sie den Welpen täglich ruhig 1-2 Stunden in seinem Körbchen, bzw. auf seinem Platz im 'Bleib' verweilen, damit er lernt auch nach Ansage zur Ruhe zu kommen und sich nicht den ganzen Tag nach Herzenslust auszutoben. Wichtig ist dabei, den Hund nicht zu sehr zu bedrängen. Speziell im grünen Bereich (z.B. auf seinem Platz) ist der Hund immer König. Da wird immer auf seinen Gesichts- und Körperausdruck geachtet, ob er die Zuwendung im Moment auch wirklich möchte. Wenn er sich abdreht, zieht man sich in der Regel sofort zurück und gibt dem Hund die geforderte Indivdualdistanz. Ich habe bei Aisha ein einziges freiwilles Zeichen, wo sie entscheiden darf, ob sie dies tun möchte oder nicht. Das ist das Zeichen für 'Kuscheln' ... Am Besten den Hund keinen 'negativen' Stress aussetzen. Der Welpe muss verstehen, dass die jetzigen Reglementierungen ihm das Leben retten. Deswegen ist ja Herrchen so bestürzt, wenn etwas falsch gemacht wird und umso glücklicher, wenn die Gefahr vorbei ist. Da sitzt vielleicht ein Schlüssel zur Seele des Hundes. Das Vertrauen von Aishas Welpen ist zu Menschen rießig. Nach Reglemitierungen und deren positiver Auflösung sind sie stets positiv gestimmt. Die Tierarztbesuche, Impfungen, Chipeinspritzungen und sonstigen intensiven Untersuchungen und nochmal Untersuchungen vom BVWS Zuchtwart waren schon fast ein Happening für die Hunde. Die Hälfte wollte sogar nochmal. Das haben wir von Anfang an täglich geübt.
Beobachten sie gemeinsam den Hund und erfahren sie eine neue Welt. Hunde geben sich z.B., wenn sie sich wieder vertragen, einen kleinen Nase an Nase Stubser (Nasenabgleich). Achten Sie mal in den Welpenspielgruppen darauf. Oder kann ich beobachten, dass bei den Scheinkämpfen der Welpies meistens der Stärkere (Alpha) unten liegt, da es um die Verteidigung des Platzes geht. Wenn ich mit den Welpen meine Bekannten besuche, nehme ich immer einen Karton mit Decke mit. Dort liegen dann die Welpies ruhig und entspannt in ihrem 'grünen Bereich', anstatt die Wohnung auseinanderzunehmen. Wenig später reicht dann nur eine Decke oder zugewiesener Platz. Natürliich gibt es dann nach den Bleib Übungen auch immer den gemeinsamen Abenteuer Rundgang ... Der Welpe kommt ins Haus - Worauf sollte ich achten?
Giftige Pflanzen im Haushalt Wenn man zuviele unbekannte Pflanzen hat, ist man gut beraten den Hund zu beobachten. Wenn er sich für eine bestimmte Pflanze interessiert, recherchiert man nach dieser. Der Welpe wird sich nicht gleich auf alle Pflanzen gleichzeitig stürzen. Sonstiges Giftiges im Haushalt und gefährliches zum Verschlucken Mit 8 Wochen sind bereits einige Welpen aus der Wurfkiste rausgeklettert, welche eine Seitenwandhöhe von 60cm hat! Natürlich können die Welpen mit 8 Wochen noch nicht frei über 60cm springen, jedoch mit vereinten Kräften und Räuberleiter haben sie geschafft. Alles ist neu für den Welpen und wird untersucht. Achten Sie darauf, was auf den Tischen liegt. Beobachten Sie Ihren Besuch. Giftiges auf Spaziergängen Giftiges Wasser Lassen Sie den Welpen nicht nach Belieben aus jeder Pfütze trinken, sondern vermitteln Sie das Verständnis, dass Sie mitentscheiden, wovon der Hund trinken darf. Lassen Sie den Welpen am Anfang nur aus von Ihnen ausgewählten Gewässern trinken. Bringen Sie dem Welpen möglichst sofort einen Befehl fürs Trinken bei, indem Sie ihn immer anwenden, wenn der Hund trinkt. Üben Sie diesen Befehl (oder besser Übereinkunft) und im besonderen natürlich auch das 'Nicht Trinken'! Welpen können noch nicht gut selbst entscheiden, was gut für sie ist und was nicht. Dieses Wissen sammelt der Hund erst erst mit den Jahren durch eigene Erfahrung und Hinweise des Rudels. Verschlucken von zu großen Objekten Der Welpe weiß noch nicht, was er verschlucken (und ggf. wieder verdauen und ausscheiden) kann und was nicht. Dies lernt er im Laufe der Zeit von den Rudelmitgliedern, durch Beobachtungen bei Artgenossen und durch eigene Erfahrungen. So kann es vorkommen, dass er z.B. einen Holzstecken verschluckt, welcher dann im Hals oder im Darmausgang quer liegen kann (da reichen beim Welpen 1cm lange Objekte). Je frühzeitiger der Fremdkörper entfernt werden kann, desto besser. Achten Sie darauf, dass er nichts 'erwischen' kann, was er verschlucken kann und was nicht verdaut werden würde. Um wirklich alle Objekte richtig einschätzen zu können vergehen Jahre. Seien Sie hierbei immer auf der Hut. Nehmen Sie dem Hund nie etwas weg, sondern tauschen Sie (in der Regel) immer! Falls beim Hund im Hals etwas querliegt, was er selbst nicht mehr auswürgen oder verschlucken kann, ist sofortige Hilfe angesagt. Ein beherzter (aber sehr vorsichtiger) Griff tief in den Schlund kann beim Würgen unterstützen. Natürlich dürfen Sie dies nur tun, wenn Sie sich es zutrauen, um die Situation nicht zu verschlimmern. Wichtig ist, diese Situationen (Hand in den Rachen des Hundes stecken, Popo untersuchen) vorab spielerisch zu üben, damit im Ernstfall geholfen werden kann.
Beachten Sie auch die Informationen zur Royal Scouts Welpenprägung. Jeder Hundefreund ist mit den vorgestellten Goldene Regeln gut beraten. Bei Interesse an einem Welpen lesen Sie bitte auch die weiteren Informationen von mir in diesem Forum. Interessante Erlebnisberichte über Hunde finden Sie in dem Benutzerblogs..
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