Empfehlenswerte Literatur zum Schutzdienst gibt es von Thomas Baumann (Baumann-Mühle-Verlag). Jedoch bin ich in der Anwendung sehr vorsichtig, da ich meine Hunde auch ohne Leine auf öffentlichen Grund mit ruhigem Gewissen laufen lassen möchte. Dies ist bei einem konventionell nach den Schutzdienstrichtlinien erzogenen Hund nicht zu verantworten. Ein typischer Schutzhund wird durch bestimmte Befehle, Muster und Reize ausgelöst. Dies ist z.B. jemand hinter einer Hecke oder ein Flüchtender oder jemand mit zu agressiver oder zu ängstlicher Körperhaltung. Oder Begegnungen im Halbdunkel auf einem engen Weg. Das Fatale ist, dass bei fast allen Schutzhundausbildungen das Verbellen in direkter Folge mit den Kampfhandlungen trainiert wird. Immer und immer wieder. Das bedeutet, dass triebstarke Hunde, welche gerne schnell zum Ziel der Übung kommen, auch Zupacken, wo es nicht angebracht ist.. Durch diese Technik werden Beißvorfälle mit Unschuldigen geradezu vortrainiert. Eine Möglichkeit ist, das Verbellen niemals mit den Kampfhandlungen zusammen zu trainieren, sondern immer getrennt, am besten an verschiedenen Orten. Damit kann der Hund immer in seinem Innersten zwischen Verbellen und Kämpfen unterscheiden und wird nicht seinen Trieben ausgeliefert. Einzig in der Prüfung kann man dann das Verbellen und die Kampfhandlungen zusammenlegen, der Hund wird es sofort verstehen. Diese Technik, das Verbellen und Kampfhandlungen getrennt zu behandeln, wird in dem Büchlein Der gewaltfreie Weg zum Verbellen (Books on Demand GmbH) von Klaus Glöckner gut erklärt. Bevor man einem Hund diese Wehrtechniken lehrt, sollten sich alle Beteiligten intensiv mit den Konsequenzen auseinandersetzen. Ein gut geprägter Hund ohne Ausbildung von Verbellen und Kampfhandlungen wird Sie im Fall der Fälle ggf. genauso intensiv verteidigen wie ein ausgebildeter Schutzhund. Wichtig sind hierbei die natürlichen Schutzinstinkte, der Mut des Hundes und die Bindung zu Halter.
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